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Vegetation:

Die dominierende Vegetationsform ist der Kiefernwald, sowohl in niederen als auch in höheren Lagen. Weiterhin gibt es noch Immergrüne Laubwälder, vor allem in Form von Nebelwäldern und Savannen in den Tälern. In vielen, vor allem weniger hoch gelegenen Gebieten haben Feldbau und Beweidung zu starken Veränderungen des Landschaftsbildes geführt.

Kiefernwälder. Die Kiefernwälder werden von der hispaniolischen Kiefer (Pinus occidentalis), einer endemischen Art,  geprägt. Diese Kiefer kommt unter natürlichen Bedingungen in Gebieten über 800 m, vor allem auf nährstoffarmen Böden vor. In Zonen oberhalb von 2000 m Höhe ist sie die einzige, hier noch wachsende Baumart. In vielen Gebieten, auch unterhalb von 800 m, ist die Kiefer eine Pionierpflanze, die sich gern auf abgebrannten oder sonstwie entwaldeten Flächen ansiedelt.   

 

Wir unterscheiden zwischen zwei Typen von Kiefernwäldern: dem dichten Wald, mit gut entwickeltem Unterholz und den offenen Wald. Letzterer ist meist das Ergebnis eines Waldbrandes. Da die Borke der ausgewachsenen Kiefern feuerabweisende Eigenschaften hat, bleiben diese bei Waldbränden am leben, während das Unterholz den Flammen zum Opfer fällt: aus dem dichten wird ein offener Kiefernwald. Im Schutz der stehengebliebenen Kiefern kann sich jedoch innerhalb von 10 bis 20 Jahren wieder ein Unterwuchs entwickeln.
In niedrig gelegenen Zonen mit hohen Niederschlägen ist der Kiefernwald lediglich eine Übergangsform. Laubbäume wachsen im Schatten der Kiefern heran und dominieren diese letztendlich. In Kiefernwäldern finden wir außer der Kiefer den Palo Amargo, einziger Repräsentant seiner Familie im Land. Weiterhin gibt es den Conde del Pino, ein pflanzlicher Parasit, und den Palo de cotorra (Brunellia comocladifolia). In der Gegend von La Ciénaga wurden größere Flächen mit Pinus caribea, einer exotischen Kiefer aus Mittelamerika, aufgeforstet. 

Laubwälder. In der Zentralkordillere finden wir vornehmlich zwei Typen von immergrünen Laubwäldern: den Nebelwald und den Galeriewald. Nebelwälder befinden sich in der Höhenzone, in der die Wolken auf den Gebirgshang treffen. Diese Gebiete liegen in der Regel weit außerhalb des Pico Duarte - Massivs, zum Beispiel in Ebano Verde, Loma Nalga de Maco, Loma La Humeadora und Loma  Barbacoa.

 

Die Nebelwälder sind meist von Wolken oder Nebelfeldern bedeckt;  dadurch haben sie eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Die Niederschläge kommen hier nicht nur vom Regen. Die Blätter können die Feuchtigkeit direkt dem Nebel entnehmen und der Pflanze bzw. dem Boden zuführen. In Nebelwäldern finden wir eine große Vielfalt von Bäumen, wie dem Cedro (Cedrela odorata), capá (Petitia domingensis), und guaraguao (Buchenavia capibata), um nur einige zu nennen. Außerdem gibt es viele Baumfarne der Gattung Cyathea spp., andere Farne, Moose und Epiphyten, Pflanzen, die auf Bäumen wachsen, aber keine Parasiten sind.

 

Besonders hervorzuheben sind die Manacla Palme (Prestoea montana) und der Palo de viento (Didymopanax tremulus); ihr Vorkommen hängt stark von der Höhe und den klimatischen Bedingungen ab.

 

Im Massiv des Pico Duarte kommt der Nebelwald nur kleinflächig vor. So finden wir ihn beispielsweise wenn wir aus dem Valle de Baíto und aus dem Valle del Tetero aufsteigen.

Die Galeriewälder wachsen entlang von Flußläufen. Das feuchtere Mikroklima des Flusses begünstigt das Wachstum von Laubbäumen. Auch hier finden wir die Manacla Palme (Prestoea montana), außerdem den almendro (Prunus occidentalis), und den Palo de cotorra (Brunellia comocladifolia). Im Flußbett finden wir die cana brava (Gynerium agittatum), ein Gras, daß bis zu fünf Meter hoch wächst.

 

Stoppelgras-Savannen. In einigen kesselförmigen Gebirgstälern in den höheren Lagen der Zentralkordillere finden wir ein besonderes Phänomen: hier wachsen kaum Bäume, sondern Stoppelgräser, wir finden eine Savannenlandschaft vor.

 

Im Morgengrauen werden die Savannen von dichtem Nebel eingehüllt, der sich dann durch die Wärme der steigenden Sonne auflöst. Es herrscht ein feuchteres und kälteres Mikroklima als in den Kiefernwäldern der umliegenden Hänge. Dies hat zur Folge, daß hier weder Kiefern noch Laubbäume wachsen, denn in der Nacht sammelt sich die kalte Luft, die von den Bergen herunterstreicht, im Grund des Tals und die Bodentemperaturen unterschreiten häufig den Gefrierpunkt.

 

Die wichtigsten Savannen des Pico Duarte Massivs finden wir in folgenden Tälern: Valle del Tetero (1500 m), Valle de Bao (1800 m), Sabana Vieja (1900 m), Sabana Nueva (1950 m) und im Vallecito de Lilís (2950 m).  

Landwirtschaftlich genutzte Gebiete. In den tiefer gelegenen Gebieten des Pico Duarte Massivs herrschen häufig Felder und Viehweiden vor. In manchen Gegenden ziehen sich die landwirtschaftlichen Nutzflächen bis auf 1500 m Höhe hinauf. Meist handelt es sich hier um einen Wanderfeldbau, der auch als Brandrodung bekannt ist. Diese Art der Bodennutzung führt zu einem “Flickenteppich” von aktiven Feldern (sogenannten Conucos), mit Büschen bewachsenen Brachflächen und jungen Sekundärwäldern. Weideflächen finden sich häufig in offenen Kiefernwälder.

 

Selbst im Bereich des Nationalparks José del Carmen Ramírez finden wir viele solche landwirtschaftliche Nutz- und Brachflächen. Am Nordhang der Zentralkordillere befinden sich vereinzelt Kaffeeplantagen.